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Hallo Fernando, Das ist echt verrückt. Die Welt ist ein Dorf. Jetzt kann ich Jens etwas kritische Einstellung gar nicht mehr verstehen, wo wir doch alte Bekannte sind und nur ein paar Steinwürfe voneinander entfernt im Sturm gelitten haben. Die zwei Sturmnächte allein im Zelt waren psychisch bis jetzt so mit das Schlimmste, was ich in den Bergen durchgemacht habe und haben mir gezeigt, daß Bergsteigen noch viel mehr ist als nur Bewegung am Berg. An den Australier kann ich mich auch noch erinnern. Bei ihm habe ich im Lager 2 früh am Zelt gerüttelt, weil ich den Weg nach unten wissen wollte. Ich habe überhaupt nichts mehr sehen können, nur extrem unscharf die paar Meter vor mir. Bis jetzt habe ich noch keine Erklärung für das ganze - Schneeblindheit war es aber definitiv nicht. Jedenfalls wollte mir der Australier nicht helfen, da er mir kein Wort geglaubt hat. In dem Moment war ich enorm wütend auf ihn und bin es eigentlich auch jetzt noch. Jetzt weiß ich wenigstens, was für ein Landsmann er war. Pedro der Kanada-Chilene hatte mich dann über den Gletscher geführt und bald danach konnte ich auch wieder sehen und alleine ins Basislager absteigen, wo ich nochmal kurz mit Jens P. gesprochen habe. Weihnachten (25.12.) habe ich Pedro im Lager 2 wieder getroffen - er war enorm langsam und auch noch in Richtung Gipfel unterwegs. Wir hatten zusammen ein richtiges Festmahl mit Vorsuppe, Lasagne und Pudding in 5900m Höhe. Am nächsten Tag bin ich zum Gipfel gestiegen und Pedro hat sich mit seinem ganzen Gepäck (ca. 45kg) in die Traverse begeben. Als ich ihn auf meinem Abstieg traf -ziemlich genau in der Hälfte der Traverse- hatte er gerade damit begonnen, auf dem 50cm breiten Weg sein Zelt aufzubauen (echt schräg der Typ). Zwei Tage später hat er es dann auch auf den Gipfel geschafft und ist mit den 45kg von der Indepedencia aus auf der anderen Seite abgestiegen und über das Relinchostal rausgewandert. Der Kleine hat wirklich alles an Gepäck bis zur Indepedenciahütte getragen und wieder runter. Wenn wir jetzt mit 25kg losziehen, sind wir nicht mal eine müde Kopie von ihm. An dem Tag als ihr abgestiegen seid, ist Marc der Amerikaner mittags von Lager 2 zum Gipfel aufgebrochen und hat ihn bei Sonnenuntergang und Sturm erreicht. Auf dem Gipfel hat er dann die Batterien seiner Kamera ohne Handschuh gewechselt und sich dabei eine Hand erfroren. Als er einen Tag später runterkam, sah die Hand recht blaß aus und er hatte wohl auch kaum noch Gefühl in ihr. Er wurde am nächsten Tag mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Nach Amputation oder bleibenden Schäden sah es aber nicht aus. Habe aber auch nichts mehr von ihm gehört. Manchmal kann man auch im Urlaub was erleben. Ciao Robert |